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12.07.2001

TRANSAsia
 Mit dem Fahrrad von Leipzig nach Bombay

TransasienWas so großartig klingt hat ganz klein begonnen. Auf einer unserer letzten Radreisen bekamen wir die Idee. Stephan wollte in die Staaten der GUS und ich träumte davon, einmal mit dem Rad durch den Himalaja zu fahren.

Text: Martin Moschek


Martin Moschek

Martin Moschek

26, Soziologe, studiert in Leipzig Politikwissenscha ften

Nach einem Jahr Planung starteten wir im Juni 1998 in Leipzig. Über Dresden kamen wir nach Tschechien und in die Slowakei. So richtig waren wir aber nicht in der Lage Eindrücke aufzunehmen, da wir unter dem hohen Erwartungsdruck standen, was uns in der Ukraine und Russland erwarten würde. Wir hatten Angst und waren aufgeregt. Erst nachdem wir bereits zwei Tage in der Ukraine gefahren waren, löste sich die Spannung und wir begannen zu genießen. Erstaunlich, wie groß hier die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen ist. Selbst später in Russland und Kasachstan sollte das nicht aufhören.

Stephan Löw

Stephan Löw

26, studiert in Greifswald Physik

 Wer nun schon mal in Russland oder der Ukraine war wird   wissen, dass kennenlernen  hier nie ohne (wenig) Wodka abläuft. Nun, auch uns hat es erwischt. Eines Tages badeten wir an einem See, als plötzlich 4 Autos voller angetrunkener Russen ankamen und uns in das nahegelegene Dorf einluden. Da wir keine andere Chance sahen, willigten wir ein. Im Dorf bezogen wir dann eine Garage, in der sich wenig später die Männer des Ortes versammelten. Es gab Speck, Fisch und Wodka. Viele der Anwesenden waren als Soldaten in der DDR stationiert gewesen und so schauten wir uns Alben an, welche damals von den Pionieren gestaltet wurden. Das Letzte was ich jedoch noch weiß, ist , dass Stephan den Antialkoholiker und Dorfpolizisten Roman unter den Tisch trank. Irgendwie habe ich zu viel auf die Freundschaft angestoßen, jedenfalls wachte ich am nächsten Morgen in irgendeinem Bett auf. Natürlich war das Erste für mich: Stephan suchen. So folgte ich im Hof des Hauses einer Spur des Erbrechens, welche vor einem LKW aufhörte. Aus diesem schaute mich Stephan recht glasig an. Er hat wohl noch getanzt und Gitarre gespielt, obwohl er zu den unmusikalischsten Menschen der Welt gehört. Schnell packten wir unsere Sachen und verzogen uns unter den spöttischen Blicken der Frauen aus dem Dorf. Wären wir geblieben, hätte die Feier wohl nie ein Ende genommen. Kurze Zeit später übergab ich mich auf meine Radtaschen und wir beendeten den Tag. Und noch 300 Km später wurden wir von Fremden auf diese Orgie angesprochen.

Unser erstes großes Ziel in Russland war eine Insel in der Wolga. Dort waren wir bei den Eltern eines russischen Freundes eingeladen. Nach einer Woche und Problemen mit unseren Visa waren wir aber gezwungen Russland schnell in Richtung Kasachstan zu verlassen. Hier in Kasachstan standen wir vor der mentalen Belastung der unendlichen Weite dieses Landes. Der nächste Versorgungsstützpunkt fast 500 Km entfernt, größere Städte erst in 2000 Km. Immer führt die Straße geradeaus. Die Straßenzustände machen das Fahren hier sehr anstrengend. 

In der SteppeNach 1000 Km forderten die Pisten ihren Tribut – Stephans Felge zerbrach. Wir kamen nicht mehr weiter. Nach 1 ½ Tagen warten am Straßenrand kam dann ein LKW, der uns zum nächsten Fahrradladen, das 2000 Km entfernte Alma-Ata mitnahm. 2 Tage und 2 Nächte dauerte die Fahrt, während der wir es uns im Laderaum des LKW gemütlich machten.
In Alma-Ata angekommen, erstanden wir die wohl einzige Felge Kasachstans. Mit dieser ging es also weiter, doch auch sie riss immer wieder und wir mussten sie dreimal schweißen lassen. Erst als wir in China ankamen hatte es ein Ende. Hier im Land der Fahrradfahrer konnten wir zwei neue Felgen erstehen, die dann auch den Rest der Tour hielten.
In den westlichen Provinzen Chinas überquerten wir das Tian-Shan-Gebirge und kamen dann in die Wüsten Takli-Makan und Ausläufern der Wüste Gobi. Hier hatten wir mit Wasserknappheit und Temperaturen um die +50 Grad C zu kämpfen. Unbeschadet erreichten wir dann den Transhimalaja.

800 er Panorama im HimalajaHier beginnt die längste der höchsten Straßen der Erde. Diese Straße führt über 1500 Km , ständig in Höhen über 4600m von Golmud nach Lhasa, der Hauptstadt Tibets. In Golmud, 600 Km vor der tibetischen Grenze, befindet sich ein Kontrollposten des chinesischen Militärs. Diesen kann man nur mit dem gültigen Permit für Tibet überwinden. Dieses Permit gibt es aber für Individualreisende nicht. So waren wir also gezwungen, in einer Nacht- und Nebelaktion den Posten illegal zu passieren. Wir schlichen also an dem Posten vorbei. Teilweise waren wir so dicht dran, dass wir die Stimmen der Mannschaft hören konnten. Später hatten wir jedoch nie Probleme mit den Behörden oder Soldaten. Im Gegenteil: Wir wurden von chinesischen Offizieren zum Essen und Tee trinken eingeladen. Weitere mobile Kontrollen der Polizei in Tibet durchfuhren wir mit Glück und vor allem lachend und heftig winkend.

In diesen Höhen wechselt das Wetter extrem schnell. War eben gerade noch Sonnenschein bei + 20 Grad C, so verdunkelte sich der Himmel blitzartig, die Temperaturen fielen in den Keller, Sturm kam auf und es begann zu schneien. Es war bereits Abends, als wir noch einen 5300er Pass überquerten. Aufgrund des Wettersturzes schafften wir es nicht mehr auf unter 5000m zu kommen und mussten so im Schneesturm unser Zelt aufbauen. Mit gefrorenem Wasser in den Trinkflaschen kamen wir nach Lhasa. Beeindruckend ist hier, in der Hauptstadt Tibets, der Potalla Palast. Eigentlich dient er als Sitz des Dalai Lama, aber dieser lebt seit 1959 im indischen Exil. Leider ist der Palast nicht mehr der Mittelpunkt der Stadt. Viele neue Gebäude im chinesischen Stil rauben ihm seine Erhabenheit und Größe. 

Geröllpiste im HimalajaHatten wir bis Lhasa immer noch etwas Asphalt auf den Straßen, so hörte danach alles auf. Auf unbeschreiblichen Pisten, über Erdrutsche, Gerölllawinen und Schlamm kämpften wir uns über 5000er Pässe nach Nepal. Zwischendurch besuchten wir von weitem den Mt. Everest, den Cho Oyo, den Lhotse und den Xixabagma F.! Nachdem wir über einen Monat nur das

Grau der Berge und Wüsten gesehen hatten, war es eine wahre Wohltat nach einer zweitägigen Abfahrt in das Grün des nepalesischen Dschungels. Wasserfälle, Regenwald, exotische Tiere und der süße Duft des Holzes gab uns das Gefühl im Paradies zu sein. Nebel stieg aus den Schluchten auf und verfing sich in den Bäumen. Große Echsen, bunte Vögel, Blumen in allen Farben und mit allen Düften begrüßten uns im ewigen Sommer. Regenwald in Nepal

In der Hauptstadt Nepals, Kathmandu, blieben wir zwei Wochen, bevor wir unsere Reise fortsetzten. Doch nach 500 Km war es vorbei, denn mein Kurbelarm brach und so waren wir gezwungen mit dem Bus nach Kathmandu zurückzufahren um das Rad zu reparieren.
 

Dann stand Indien aber nichts mehr im Weg. Dort war die erste Station die legendäre „Stadt des Todes“ Varanassi am heiligen Fluss Ganges. Hier waren wir mit einer völlig anderen Auffassung von Leben und Sterben konfrontiert. Hinzu kamen auch die unterschiedlichen Bestattungspraktiken.

Als wir auf dem Ganges mit einem Boot waren, um uns die rituellen Waschungen besser anzuschauen, kam uns ein unförmiges Bündel entgegen geschwommen. Ein starker Verwesungsgeruch stieg uns in die Nase. Später erklärte man uns, dass die Sadduhs, die heiligen Männer, auch die Möglichkeit haben, nach ihrem Tod in Tücher gewickelt in den Ganges geworfen zu werden und dort dann langsam verwesen. Etwas verwirrt von diesen Eindrücken und Erfahrungen durchreisten wir weiter Indien und kamen nach Agra. Hier steht das wohl beeindruckendste und schönste Gebäude der Welt, dass Tatsch Mahal (Taj Mahal). Ein Zauber aus weißem und schwarzem Marmor, ursprünglich mit Smaragden verziert. Verzaubert fahren wir noch zwei Wochen durch den Subkontinent hinunter an den indischen Ozean, nach Bombay. Dort bestiegen wir nach 133 Tagen und 13500 Km unser Flugzeug nach Deutschland.

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Mehr Infos und Bilder auf der Webseite der beiden Radler

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